Im nachfolgenden finden Sie einen kurzen Überblick, wie die Besichtigung im Zuge eines Bootsgutachtens oder Yachtgutachtens klassischer Weise abläuft.

Die Inspektion des Rumpfes bildet in der Regel den Auftakt der Besichtigung und enthält neben der Überprüfung des UW-Schiffs auch die Prüfung aller Borddurchlässe sowie der Steuer- und Antriebsanlage.

Soll auch eine Feuchtemessung erfolgen, so empfiehlt es sich, das Boot mindestens 3 bis 4 Tage vorher auf Trockendock zu lagern, um verwertbare Messergebnisse zu gewährleisten.

Phase 1: Rumpf Inspektion
Phase 2: Deck und Aufbauten

Im nächsten Schritt geht es an die Inspektion des Decks und der Aufbauten sowie sämtlicher Hardware in diesen Bereichen - vom Ankerzeug über die Navigationsbeleuchtung bis hin zur Reling. Besonderes Augenmerk gilt in dieser Phase auch der Rumpf-Deck Verbindung, da diese eine besonders kritische Funktion für die strukturelle Belastbarkeit eines Bootes übernimmt.

Im Anschluss geht es an das Herztück jedes Bootes: der Maschinenanlage inklusive zugehöriger Peripherie. Ausserdem werden in dieser Phase auch sämtliche strukturellen Komponenten wie Stringer, Schoten und Wrangen überprüft.

Phase 3: Maschinen und Bordsysteme
Phase 4: Interieur und Komfortsysteme

Als nächster Schritt erfolgt die Inspektion des gesamten Interieurs sowie aller Komfort- und Cockpitsysteme. Auf Wunsch kann in dieser Phase auch eine thermografische Überprüfung der elektrischen Einrichtungen (Schaltkasten, etc...) erfolgen.

Ist bis hierher soweit gewährleistet, dass das Boot seetüchtig ist, folgt der Sea Trial. Hierbei wird mit dem Skipper ein detaillierter Ablaufplan unterschiedlicher Manöver (wie zB "Back-Down" Test und "Wide open Throttle Test") festgelegt, damit sichergestellt wird, dass alle kritischen Systeme entsprechend belastet werden, um deren einwandfreie Funktion zu überprüfen.

Phase 5: Sea Trial

Natürlich kann der Ablaufplan von Fall zu Fall auch etwas von dieser Reihenfolge abweichen. In der Regel aber hat sich diese Vorgangsweise sehr gut bewährt, zumal sie erlaubt, eventuelle Mängel und Verdachtsmomente vorab zu identifizieren und diesen dann während der Belastungen beim Sea-Trial besondere Aufmerksamkeit zu widmen.