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Yachtgutachten Oyster 68 in Muggia (Italien)

Auszug aus einem Yachtgutachten für eine Oyster 68 in Porto San Rocco, Muggia, Italien

Auftragsdaten

Icon Vessel Type

Yacht Typ

SEGELYACHT

Icon Vessel Type

Marke | Type | Baujahr

Oyster 68

1991

Ort der begutachtung

Porto San Rocco

Muggia, Italien

Icon Survey Scope

Auftragsart

Seetüchtigkeits-Inspektion

SEETÜCHTIGKEIT

Nicht seetüchtig

Technischer Zustands-Index (TZSi Score)

43 von 100

Kurzfassung des Gutachtens

Im Rahmen des gegenständlichen Auftrags  wurde eine Seetüchtigkeit-Inspektion an einer Oyster 68 (Bj 1991) durchgeführt. Die Begutachtung umfasste eine Inspektion an Land (Cantieri San Rocco, Italien) sowie eine Probefahrt (Sea Trial) zwischen Muggia und Izola, um Antrieb, Steueranlage und Rig unter Last zu überprüfen.

Die Yacht sollte anschließend nach Dubai gesegelt werden, weshalb die strukturelle Integrität und die Funktionalität aller kritischen Bordsysteme sichergestellt werden musste. 

Der Rumpf aus handlaminiertem GFK zeigte sich oberhalb und unterhalb der Wasserlinie weitgehend formstabil, ohne Hinweise auf großflächige Osmose oder gravierende Grundberührungen.

Kritische Befunde ergaben sich jedoch im Bereich Ruder, Kiel/Stub-Verbindung, Seeventile, Bilgeninstallationen, Abgasanlagen und Elektrik/Bonding-System.

In Summe führten diese Punkte zur Einstufung der Yacht als „nicht seetüchtig“. 

Ein umfassender Refit-Plan war deshalb ebenfalls Bestandteil der Berichterstellung.

Die Prüfpunkte

  1. Visuelle Inspektion von Rumpf, Deck, Aufbau und Unterwasserschiff an Land.

  2. Prüfung von Kiel, Ruder, Ruderlagerung und Steuerung, inklusive Spiel- und Feuchtemessungen am Ruder.

  3. Kontrolle der Seeventile und Borddurchführungen, inklusive Funktionsprobe und Leckagekontrolle. Bewertung der Bilgeninstallationen, Leitungen und Schläuche.

  4. Prüfung von Antrieb, Wellenanlage, Propeller, Getriebe und Wellendichtung. Inspektion von Hauptmaschine und Generator, insbesondere Kühl- und Abgasanlagen.

  5. Inspektion der elektrischen Anlagen (AC/DC) und des Potenzial-Ausgleichs.

  6. Rigg-Check: Mast, Baum, Spinnakerbäume, stehendes und laufendes Gut.

  7. Durchführung einer Probefahrt (Sea Trial) zur Beurteilung von Antrieb und Steuerverhalten.

  8. Strukturierte Einordnung aller relevanten Befunde in Mängelkategorien mit Priorisierung der Instandsetzung.

Yacht Steckbrief und Gallerie

Die Oyster 68 ist eine klassische Fahrtenyacht aus der renommierten britischen Werft Oyster Yachts, die insbesondere in den 1990er-Jahren durch ihre hochseetauglichen, komfortabel ausgestatteten Blauwasser-Yachten bekannt wurde. Das Modell wurde für Eigner konzipiert, die große Distanzen sicher und mit hohem Komfort zurücklegen möchten.

  • Länge ü.A. / Breite / Tiefgang: 20,57 m / 5,26 m / 2,36 m

  • Material Rumpf: Glasfaserversärkter Kunststoff (GFK)
  • Rigg: Kuttertakelung

  • Antrieb: Perkins M2656Ti (265 BHP) an Hurth 630 Wendegetriebe mit starrer Welle und Dreiblatt-Drehflügelpropeller

  • Geplantes Einsatzgebiet: Weltweite Fahrt

  • Besonderheit dieses Bootes: Verkauf aus Erstbesitz

Die Yacht zeichnet sich durch ihr voluminöses, robustes Rumpfdesign, eine ausgesprochen stabile Bauweise und ein auf Langfahrt ausgelegtes Layout aus. Typisch für Oyster ist die Kombination aus solider Struktur, durchdachter Technik und luxuriösem Innenausbau in maritimer Qualitätsverarbeitung. Dicke Laminatstärken, zuverlässige Beschläge und ein gut geschütztes Cockpit machen die 68 zu einer ernstzunehmenden Hochseeyacht.

Festgestellte Mängel

Kategorie A Mängel

0

Kategorie B1 Mängel

0

Kategorie B2 Mängel

0

Kategorie C Mängel

0

Zu den zentralen sicherheitsrelevanten Mängeln (Kategorie A und B1) gehörten unter anderem:

  • Ruder: Teilweise Delamination der Ruderschale vom Schaumkern, erhöhte Feuchtigkeit und vergrößertes Ruderlager-Spiel. 

  • Kiel/Stub-Verbindung: Rissbildung im Filling zwischen Kiel und Stub, Wasser-austritt, mögliche Korrosion der Kielbolzen (nicht zugänglich). 

  • Seeventile/Borddurchführungen: Teilweise schwergängig oder fest, ein Borddurchlass brach bei moderater Betätigung vollständig ab.

  • Bilgeinstallationen: Spröde Schäuche und stark korrodierte Schlauchschellen an seewasserführenden Installationen unterhalb der WL.

  • Abgasanlagen: Defekte Isolierung und Wasserleckagen an den Abgasrohren von Maschine und Genset. 

  • Elektrik & Bonding: Chaotische Leitungsführung, korrodierte Anschlüsse, ineffektives Potentialausgleichssystem.

Empfehlungen

  1. Absenken des Kiels, Sichtkontrolle und ggf. Erneuerung/Behandlung der Kielbolzen; fachgerechtes Neuabdichten des Kiel/Stub-Übergangs.

  2. Ruder: Kernproben zur Beurteilung, Instandsetzung der Delamination, Erneuerung der Ruderlager, Überholung der Steuerung inkl. neuer Steuerkabel.

  3. Komplette Erneuerung aller Seeventile und Borddurchführungen (z. B. auf Trudesign-System) und Ersatz sämtlicher seewasserführender Schäuche und Schellen.

  4. Erneuerung der Wellendichtung sowie Überholung von Getriebe, Wellenkupplung und Wellenlagern.

  5. Komplettaustausch der Abgasanlagen von Maschine und Generator inklusive neuer Isolierungen.

  6. Grundlegende Überarbeitung der Elektroinstallation durch einen zertifizierten Marine-Elektriker samt neuem Bonding-System.

  7. Rigger-Arbeiten: Austausch des stehenden Gutes, Instandsetzung/Neubau des gerissenen Spinnakerbaums, Neuaufbau des Anstrichsystems an Mast und Baum, Abdichtung der Chainplates. 

    Nach Abschluss der Werftarbeiten wurde ein Follow-up-Survey empfohlen, um die fachgerechte Refit-Ausführung zu verifizieren und eine erneute Bewertung von Zustand und Seetüchtigkeit zu vorzunehmen.

Mängelgalerie

Definition Mängelkategorien

Kategorie A Mängel
Mängel, welche die Seetüchtigkeit, die Navigationssicherheit und/oder die Sicherheit der Personen akut gefährden und eine umgehende Behebung erfordern.

Kategorie B1 Mängel
Mängel, die eine beginnende Ausfallart in einem primären, strukturellen System (z. B. Kiel-Rumpf-Verbindung, stehendes Gut, Antriebsmaschine) darstellen.

Kategorie B2 Mängel
Mängel, die lediglich den Komfort oder die Nutzbarkeit von sekundären, nicht-sicherheitskritischen Systemen einschränken (z. B. unzureichende Gefrierleistung oder kleine elektrische Fehler).

Kategorie C Mängel
Mängel, welche keinerlei Sicherheitsbedrohung darstellen und überwiegend als kosmetisch

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Diese Yachtbegutachtung in Muggia wurde durchgeführt von

Bild von Ing. Ingolf Schneider, MASc (AffIIMS)

Ing. Ingolf Schneider, MASc (AffIIMS)

Zertifizierter Sachverständiger für Boote und Yachten bis 24m (LLoyds Maritime Academy, American Boat and Yacht Council). Mitglied der Royal Institution of Naval Architects und des International Institute of Marine Surveyors

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